Vorteil Vielfalt

 

HERZLICH WILLKOMMEN BEI VORTEIL VIELFALT – ZUKUNFT FÜR BRANDENBURG

Das Projekt lief von Dezember 2008 bis November 2011. 

Wir danken allen Partnern für die Zusammenarbeit und das Interesse!

Hier finden Sie weiterhin Informationen zu den Themen:

• Interkulturelle Öffnung

• Arbeit und Migration in Brandenburg

• hilfreiche Ansätze für die Personalgewinnung, Personalentwicklung und Organisationsentwicklung in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) und in der öffentlichen Verwaltung

 

IQ Netzwerk Brandenburg

Netzwerk Integration durch Qualifizierung (IQ)

Das Netzwerk Integration durch Qualifizierung ist ein bundesweites Netzwerk zur Verbesserung der Arbeitsmarktintegration von Menschen mit Migrationshintergrund. Gefördert wird es vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie der Bundesagentur für Arbeit.

Neben der bundesweiten Koordinierung gibt es 16 regionale Netzwerke, die für die Vernetzung der Arbeitsmarktakteure im jeweiligen Bundesland zuständig sind. Weitere Aufgaben sind die Begleitung des Anerkennungsgesetzes durch Erstanlaufstellen und Verweisberatung zur Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsqualifikationen sowie die Vorbereitung der BeraterInnen in den Regelinstitutionen auf diese Aufgabe. Des Weiteren soll die interkulturelle Kompetenz der Fachkräfte in den Agenturen für Arbeit, Jobcentern und Kammern gestärkt werden.

Die 5 Fachstellen zu den Themen

  • Berufsbezogenes Deutsch
  • Diversity Management
  • Existenzgründung
  • Qualifizierung
  • Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen (im Aufbau)

übernehmen die fachliche Beratung und Begleitung der regionalen Netzwerke. Sie bündeln praktische Erfahrungen und wissenschaftliche Expertise.

Das Netzwerk hat in den vergangenen Jahren Instrumente, Handlungsempfehlungen sowie Beratungs- und Qualifizierungskonzepte entwickelt und erprobt. Diese sollen jetzt flächendeckend umgesetzt und in Regelangeboten verankert werden.

Im Oktober 2011 hat das regionale Netzwerk Brandenburg im Büro der Integrationsbeauftragten seine Arbeit aufgenommen und ist mit einer Koordinierungsstelle für den Aufbau der erforderlichen Strukturen in Brandenburg verantwortlich. Eine Zentrale Beratungsstelle dient als Erstanlaufstelle und kann an zuständige Stellen für Anerkennung und Nachqualifizierung verweisen.

 

Das Anerkennungsgesetz

Eine wichtige Voraussetzung für die Arbeitsmarktintegration von Menschen mit Migrationshintergrund ist die Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsqualifikationen.

Mit dem „Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen“, das am 4. November 2011 den Bundesrat passiert hat und voraussichtlich am 1. April 2012 in Kraft treten wird, soll das einfacher werden.

Neuerungen im Zuge des Berufsqualifikationsfeststellungsgesetzes (BQFG) sind:

  • ein Rechtsanspruch auf ein Verfahren zur Überprüfung der Gleichwertigkeit der Qualifikation
  • unabhängig von der Staatsangehörigkeit und der Herkunft
  • Beurteilung nach einheitlichen Kriterien und in einem einheitlich geregelten Verfahren
  • Entscheidung innerhalb einer dreimonatigen Frist.

Good-Practice-Beispiele

Gibt es Beispiele von Betrieben in Brandenburg, die Interkulturelle Öffnung bereits umsetzen?

Interkulturelle Öffnung und Diversity Management verbreiten sich langsam aber zunehmend in Deutschland. Die Vorreiterrolle auf dem Gebiet des Diversity Management haben vor allem große Unternehmen und Niederlassungen amerikanischer Unternehmen wie IBM, Hewlett-Packard, Ford, Deutsche Bank und IKEA gespielt. 

Aber auch immer mehr kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) in Brandenburg setzen Instrumente der interkulturellen Öffnung bereits ein, ohne es explizit so zu bezeichnen. Insbesondere bei den KMUs werden vergleichbare Aktivitäten in der Praxis oft als Soziale Verantwortung (Corporate Social Responsibility CSR), partnerschaftliches Verhalten am Arbeitsplatz oder Chancengleichheit bezeichnet und sind eng mit Work-Life-Balance-Initiativen verbunden. Die Verbreitung von Ansätzen interkultureller Öffnung oder Diversity in Brandenburg ist empirisch noch nicht untersucht worden, aber es gibt bereits einige Beispiele für die erfolgreiche Umsetzung.

Bei dem Stahlkonzern ArcelorMittal in Eisenhüttenstadt wurde erkannt, dass ein positives Betriebsklima und ein nachhaltiger wirtschaftlicher Erfolg unmittelbar mit dem partnerschaftlichen Verhalten, der Integration und Gleichbehandlung zusammenhängen. Von jeder Mitarbeiterin und jedem Mitarbeiter wird in einer Betriebsvereinbarung gefordert, sich jeder Form von Diskriminierung zu enthalten. Bei Verstößen wird zunächst ein Gespräch geführt oder eine Fortbildung angeboten. Wenn alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind, muss mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen gerechnet werden. Dies gilt gleichermaßen für das Verhalten am Arbeitsplatz und außerhalb.

Die RapidEye AG in Brandenburg an der Havel ist ein global tätiger Geoinformationsdienstleister. Kulturelle Vielfalt ist Firmenpolitik und gelebter Alltag – Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus über 20 Nationen sind in dem Unternehmen beschäftigt. Bei der Wohnungssuche und bei Behördengängen gibt es Unterstützung von einer Kollegin. Von RapidEye organisierte Deutschkurse stehen für alle Familienangehörige zur Verfügung. Außerdem engagiert sich das Unternehmen im Arbeitskreis gegen Rassismus in Brandenburg.

Ein anderes Beispiel ist der Süßwarenhersteller Katjes in Potsdam. Zwei Drittel der Beschäftigten sind hier über 50 Jahre alt. Ältere Bewerber werden bei gleicher Qualifikation bevorzugt. Die Generationenmischung ist hier ein Teil der Unternehmenspolitik, die dem Unternehmen einen nachhaltigen Erfolg sichert.

In der Betriebsvereinbarung des mittelständischen Unternehmens Feuerverzinkerei Voigt & Müller aus Frankfurt (Oder) ist festgelegt worden, dass im Unternehmen besondere Maßnahmen zur Förderung „benachteiligter Beschäftigter und Beschäftigungsgruppen“ vorgenommen werden. Darüber hinaus wurde vereinbart, dass bei allen personellen Maßnahmen, für die bestimmte Qualifikationen erfüllt sein müssen, vergleichbare Qualifikationen, die nicht in Deutschland erworben wurden, anerkannt werden. Zudem werden im kundennahen Bereich mehrsprachig zusammengesetzte Arbeitsgruppen gebildet, um den Service zu verbessern.

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Gespräch mit Goedele Matthyssen, Geschäftsführerin der Confiserie Felicitas

Hornow – Dresden – Potsdam

 Die Confiserie Felicitas ist ein mittelständisches Unternehmen und produziert seit 1992 in der Lausitz Schokolade und Pralinen nach belgischer Chocolatiers-Tradition in liebevoller Lausitzer Handarbeit.  Ganz klein angefangen, führt die Confiserie Felicitas heute neben dem Hauptstandort Hornow in der Lausitz weitere Verkaufsflächen mit kleiner Produktion in Dresden und Potsdam. [mehr]

Literatur

Bildungsmaterialien für Toleranz, Demokratie und Vielfalt, gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus
Unter www.vielfalt-mediathek.de können Materialien nach Projektträgern, Mediengattung oder über Volltext und Schlagworte gesucht werden. Alle Materialien können per Online-Bestellung über den Medienverleih des DGB Bildungswerks für 14 Tage kostenlos ausgeliehen werden.

Handlungsempfehlungen zum Abbau von Diskriminierung beim Zugang zum Arbeitsmarkt
Die Broschüre „Mit Recht zu Qualifizierung und Arbeit“ der Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk e.V. (ZWH) gibt Handlungsempfehlungen zum Abbau von Diskriminierung von Migrantinnen und Migranten beim Zugang zum Arbeitsmarkt.
Weitere Informationen: http://ep-nobi.de/front_content.php?idcat=194&idart=805

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